MADS – Zeitung lesen in der Schule

Schulen sind gespannt aufs MADS Projekt

Ab November werden Wolfsburger Allgemeine und Aller-Zeitung sozusagen zum Lehrbuch: Das Projekt „Medien an der Schule“ startet. Noch bis zum 31. Oktober können Lehrer ihre Klasse anmelden. Die AZ/WAZ fragte nach, was die Teilnehmenden erwarten.

dabei beim Projekt „Medien an der Schule“: Die 9b der Hauptschule Fallersleben schnupperte am Freitag schon mal in die WAZ hinein. Quelle: Andrea Müller-Kudelka , Wolfsburg/Gifhorn

Im November startet das Projekt „Medien an der Schule“ (MADS) von Aller-Zeitung und Wolfsburger Allgemeine in Gifhorn und Wolfsburg. Mit dabei sind unter anderem die Hauptschule in Fallersleben und die Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule in Westhagen. Die WAZ hörte sich im Vorfeld schon einmal bei Lehrkräften um und fragte auch Schüler der 9b in Fallersleben, was sie erwarten.

Die Zeitung als Lehrmaterial

Rüdiger Czubba, Schulleiter in Fallersleben, erklärt, welche Vorteile er beim temporären Tausch des Lehrbuchs gegen die Tageszeitung sieht: „Es ist toll, wenn die Schüler sich mit aktuellem Material auseinandersetzen können – und dabei auch mit ganz praktischen Dingen, wie zum Beispiel der Bedeutung von Abkürzungen in Wohnungsanzeigen.“

Erziehung zur Eigenständigkeit

Deutschlehrerin Lisa Techen wird mit der 9b teilnehmen. Erste Zeitungen brachte die WAZ zum Reinschnuppern schon am Freitag vorbei. Gisele (15) fand sofort einen Artikel, der sie interessierte. Daniel (16) und Can (16) informieren sich sonst über Twitter, Instagram oder Facebook, schnappten sich aber auch eine Zeitung. „Das ist mal was Neues – ich kann mich durchaus vorstellen, dass es Spaß macht“, so Daniel. Lehrerin Techen erläuterte: „Es ist uns wichtig, die Schüler im Rahmen des Projektes zur Eigenständigkeit zu erziehen.“

HNG ist mit dem achten Jahrgang dabei

In der Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule ist das Thema Medien seit Jahrzehnten ein Schwerpunkt im achten Jahrgang. Matthias Steinmann, Carlos Merinero und Barbara Ehlert aus dem Kollegium sind gespannt auf die Anregungen, die MADS dazu beisteuern kann. Steinmann schätzt die Arbeit mit der klassischen Zeitung auf Papier dabei besonders. „Da hat man mehr Ruhe, wirklich mit Inhalten zu arbeiten, es gibt eine klare Struktur und man kann auch mal etwas unterstreichen“, sagt der Deutsch- und Gesellschaftslehrer.

 

Einsetzbar sei das Medium im Übrigen in vielen Fachbereichen, meint er: „Geschichte, Politik, Kunst und sogar Sport – eine Zeitung bietet einen sehr großen Katalog, aus dem ich auswählen kann, was mich interessiert. Diese Erfahrung fehlt den meisten Kindern aber heute leider.“

Auf dem Foto : Cem, Daniel, Fabian, Guiliano, Jannik aus der Klasse 9b mit der Deutsch Referendarin Lisa Techen.